Mich wundert es immer, wenn Reiseführer zum Bayerischen Wald die Stadt Regensburg behandeln. Auch der aktuelle HB-Bildatlas macht da keine Ausnahme. Vielleicht liegt es daran, dass die ehemalige Reichsstadt nun zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Auch Straubing wird breiter Raum im Heft eingeräumt, die aber nun eindeutig zum Gäuboden gehört. Die einzige Stadt, die wirklich thematisch in den Bayerischen Wald passt ist Passau, auch wenn sich die überwiegende Mehrheit der Passauer wohl nicht als “Waidler” fühlt.
Ansonsten stellt der HB-Atlas wie gewohnt die Highlight des besprochenen Region heraus. Geheimtips sind allerdings nicht darunter. Für einen groben Überblick ist das Heft bestens geeignet. Interessiert man sich für Details oder möchte man einen Kurzurlaub im Bayerischen Wald verbringen, sollte man sich doch einen Reiseführer besorgen.
Passende Schlagworte zu HB Bildatlas Bayerischer Wald (Reiseführer): Bayerischer Wald , BH-Bildatlas , Reiseführer.
Ein wenig lädiert ist es schon, die Sonderausgabe von “Die Woche” vom 2. August 1934. Neben der - je nach lesart gerechtfertigten oder übertriebenen Würdigung der Person Hindenburgs - hatte das Heft vor allem eine Aufgabe: Eine Brücke zu schlagen zwischen dem Nationalsozialismus und der Symbolfigur des alten Reiches. Auf Seite 3 gleich ein Bild, das mehr als die Hälfte der Seite einnimmt und Hitler in erfürchtiger Pose vor Hindenburg zeigt. Die Bildunterschrift passend zum Propaganda-Auftrag: “Der Reichspräsident und der Reichskanzler am Tag von Potsdam 21. März 1933. Mit einem Händedruck nimmt Hindenburg, der Präsident des Reiches, die Bekräftigung der Treue vom Führer entgegen. Der Hüter der großen alten Tradition und der Führer der jungen gewaltigen deutschen Bewegung sind eins geworden.”
Auf der vorletzten Seite des Heftes noch ein Propaganda-Foto erster Güte: Der Enkel des Reichspräsidenten zwischen Hindenburg und Hitler mit der Unterschrift “Der Enkel verbindet mit seinen beiden kleinen Händen die beiden Lenker der deutschen Geschicke, die beide das gleiche Ziel haben: Der Jugend eine bessere Zukunft zu schaffen.”
“Die Woche” gehörte seit 1916 zum Hugenberg-Konzern. Der Konzernlenker Hugenberg war Wirtschaftsminister im ersten Kabinett Hitlers und förderte mit seinem Medienkonzern zuerst die rechtsnationale DNVP, nach der Machtergreifung die Nationalsozialisten.
Passende Schlagworte zu Die Woche Sonderheft zum Hindenburg Todestag (Antiquar): DNVP , Hindenburg , Hitler , NSDAP , Weimar , Zeitung.
Normalerweise bin ich nicht der große Spieler, erst recht nicht, seit ich auf Apple Laptops umgestiegen bin. Vielleicht hin und wieder ein Online Game oder seit ein paar Monaten ein ein Retro-Spiel. Erinnerungen an gute alte C64 oder Amiga-Zeiten werden wach, wenn mir ein eine Ausgabe von Retro - Das Kulturmagazin für Computer, Videospiele und mehr in die Hände fällt. Es sind nicht nur die Berichte, die mich zur Investition von 6,95 Euro bewegen, vielmehr die Auswahl von herrlichen Retro-Spielen auf der beiliegenden CD. In der Sommerausgabe (s. Cover) waren es hauptsächlich Sport-Spiele, zwar auch in der Mac-Geschmacksrichtung, wobei ich allerdings kleine Flash-Spiele bevorzuge.
Passende Schlagworte zu Retro Games Magazin (Magazin): Games , Retro , Spiele.
Eigentlich war ich bei der Recherche nach dem Werk “Die heiligen Bücher der Jeziden oder Teufelsanbeter” von Dr. Maximilian Bittner (ein Angebot unter 500 Euro Kaufpreis wäre nicht schlecht), als ich auf das Heft “Charakteristik der Sprache der Insel Soqorta” vom gleichen Autor gestoßen bin. Es handelt sich dabei um einen speraten Druck des Aufsatzes, der zuerst im Anzeiger der philosophisch-historischen Klasse der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien vom 14. März 1918 (Nr. VIII) erschienen ist. Auf der Innenseite ist der Hinweis “Überreicht vom Verfasser” gedruckt. Wahrscheinlich hat der Orientalist diesen Aufsatz selber noch verteilt. Er muss ihm sehr wichtig gewesen sein. Ungewöhnlich für Kriegszeiten: Es wurde sehr hochwertiges Papier - fast durchsichtig - verwendet. Mein Expemplar hat leider kleinere Stockflecken am Rand.
Ich kann den Inhalt auf keinen Fall bewerten; ich bin kein Sprachwissenschaftler. Nur soviel kann ich dazu sagen: Soqourti ist eine uralte semitische (vorarabische) Sprache, die nur auf dieser Insel gesprochen wird. Wer eine Kopie des Heftes haben möchte, kann sich gerne an mich wenden.
Spannend fand ich schon alleine die Geschichte der Insel Soqotra. Soqotra ist auch eine heute nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung der zum Jemen gehörenden Insel im Indischen Ozean. Das deutsche Wikipedia nennt Sokotra, Socotra Sukutra als gebräuchlich. Bittner war nicht nur Orientalist sondern auch Jesuit, womit sein besonderes Interesse an der Insel auch mit der Tatsache begründet werden könnte, dass diese bis ins 10. Jahrhundert christlich (nestorianisch) geprägt war.
Die Insel ist auch heute noch sehr schlecht zu erreichen - ein Glückfall für die Vegetation. Es konnten sich arachaische Gattungen erhalten. Auch die Landschaft an sich soll beeidruckend sein. Wissenschaftler vermuten, dass Soqotra seit 70 Millionen Jahren eine Insel ist.
Für die Briten, unter deren “Schutz” die Insel bis zur völligen Unabhängigkeit des Jemen in Jahre 1967 stand, war Soqotra ein strategisch wichtiger Stützpunkt entlang der Seehandelsrouten.
Passende Schlagworte zu Dr. Maximilian Bittner: Charakteristik der Insel Soqotra (Allgemein): Arabien , Jemen , Soqotra , Sprache.
Das Heftchen mit dem Titel “Die sittlichen Grundlagen der Völkergemeinschaft” von Dietrich von Hildebrand ist für mich in besonderer Weise ein Dokument der Zeitgeschichte. Es wurde es am 27. März 1947 von Dr. Josef Habbel in Regensburg publiziert und trägt die Freigabe der US-Militärbehörde (Office of Military Gouvernment Information Control - Division Licence No. US-E-158). An der Lizenznummer erkennt man dass es zu den ersten Genehmigungen in der Amerikanischen-Zone gehörte. Das Heftchen musste ohne Wissen des Autors herausgegeben werden: “Dietrich von Hildebrand, vom nazionalsozialistischen Staat verfolgt und ausgebürgert, ist seit einigen Jahren Professor für Philosophie in News York. Der Verleger hat deshalb gegenwärtig nicht die Möglichkeit mit ihm in Verbindung zu treten, er glaubt aber im Sinne seines verehrten Lehrers zu handeln, wenn er heute die beiden Aufsätze Zur Begrenzung des Staates und Die sittlichen Grundlagen der Völkergemeinschaft als Sonderdruck aus dem Sammelband Zeitliches im Lichte des Ewigen herausbringt” schreibt der Herausgeber im Vorwort.
Der katholische Philosoph Hildebrand wandte sich gegen die antisemitischen Tendenzen in den christlichen Kirchen (v.a. in den 1920/30iger Jahren stark verbreitet), gegen Nazionalsozialismus und Kommunismus. 1933 floh er aus Deutschland nach Österreich, nach dem Anschluss über die Schweiz nach Frankreich. Als Frankreich besetzt wurde, wanderte er über Brasilien in die USA ein, wo er 1977 starb. Er gilt als einer der ganz großen katholischen Philosophen des 20. Jahrhundert.
Obwohl ich nicht gerade verdächtig bin, ein treuer Anhänger der katholischen Kirche und Lehre zu sein finde ich die beiden Aufsätze von Hildebrand beeindruckend, schon deshalb, weil diese so zeitlos sind. “In der Diskussion über Wesen und Kompetenzen des Staates finden wir heute vielfach Anschauungen vertreten, die in ihrer extremen Gegensätzlichkeit gleich weit von der Wahrheit entfernt sind. Von der einen Seite wird der Staat aller Würde und Autorität entkleidet und als bloßer Zweckverband für die Interessen der Einzelnen auf die Stufe einet Interessengemeinsschaft herabgedrückt. Von der anderen Seite wird er mit unbegrenzten Kompetenzen ausgestattet, sein Sein für ein höheres, wertvolleres erklärt als das der einzelnen Person, ja unter Umständen vergottet.” Da sage noch jemand, das stimme heute nicht mehr.
Es ist einfach schade, dass gerade die kleinen, deutschsprachigen Werke von Hildebrand in Vergessenheit geraten und wahrscheinlich in absehbarer zeit verschwinden. Papier ist so vergänglich. Vielleicht kann ich die beiden Aufsätze abtippen lassen. Scannen würde das Heftchen zerstören.
Passende Schlagworte zu Dietrich von Hildebrand: Die sittlichen Grundlagen der Völkergemeinschaft (Antiquar): Ethik , Philosophie , Politik , Regensburg.