Pippke, Leinberger: DuMont Kunstreiseführer Gardasee
Den DuMont Kunstreiseführer Gardasee vom gleichen Autorenpaar, dessen Werk über das südtiroler Land ich schon vor Jahren gelobt habe, kann ich wirklich nur empfehlen. Überhaupt sind die DuMont Kunstreiseführer eine der wenigen Reihen, die noch einen Schwerpunkt in geschichtlichen und kulturellem Hintergrund legen. Dies gilt natürlich um so mehr für die Region um den größten italienischen Alpensee, denn beim Urlaub am Gardasee steht bei den meisten Gästen vor allem der Fun-Faktor im Vordergrund.
Leider etwas zu kurz gekommen in diesem Band sind die geschichtlichtlichen Hintergründe, die doch Kunst und Kultur fundamental beeinflussen. Gerade im 15. und 16. Jahrhundert ging es doch her auf dem See, an dem sich die Interessemsphäre der Großmacht Venedig mit den lombardischen Stadtstaaten und dem unter habsburgischen Schutz stehenden Trentino schnitten. Seegefechte, über Land transportierte Kampfschiffe, was könnte man hier nicht alles Spannendes erzählen und nicht nur streifen. Auch die unrühmliche Geschichte des Zweiten Weltkrieges wird beinahe völlig ausgeklammert. Hier regierte bis zu seinem unrühmlichen Ende der Duce den Marionettenstaat Repubblica di Salò. Auch hier würden Hintergrundinfos gut tun. Vielleicht bin ich auch nur deswegen so kritisch, weil der Band zu Südtirol einfach einen sehr hohen Standard gesetzt hat.
Der DuMont Kunstreiseführer Gardasee von Pippke und Leinberger steht trotz allem konkurrenzlos da und ist eine klare Empfehlung für alle, die im Gardasee mehr als Camping und Surfen sehen. Für Mantua und Verona existieren natürlich speziellere Reiseführer, deswegen muss man genau dieses Buch nicht kaufen.

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