Playboy

Viva Liza nackt im PlayboyDer Playboy, so meinen zumindest viele ironisch anmerken zu müssen, werde nur wegen der guten Reportagen und der Witze gekauft. Über die Witze kann man auch online schmunzeln, für die Reportagen lohnt sich der Kauf der Printausgabe.

In der April-Ausgabe 2008 des Playboy beispielsweise Kritisches zur Person Manfred von Richthofen. Während sich andere Hochglanz-Magazine brav den Mythos vom Ritter der Lüfte pflegen, ein Bild das auch die teuerste deutsche Kinoproduktion zeichnet, kratzt das Männermagazin an der schönen Fassade:

Schon von seinem Vater hat er das Verfolgen einer Blutspur gelernt, schon als Kind einem Tier den Fangschuss gegeben. Später wird der junge Leutnant schnell aufsteigen, nicht nur in die Lüfte sondern auch in der Karriereleiter. Doch das unbestrittene Fliegerass hat keine weisse Weste. Schon als Staffelführer trillt er seine Untergebenen darauf, die Flugzeuge der Gegner nicht nur abzuschueßen – die Flugzeuge sollen brennen, die generischen Piloten den Flammentod sterben. Nach Abschüssen soll der Rote Baron immer folgende Frage gestellt haben: „Brennend oder nicht brennend?“ Wirklich kein ritterliches Verhalten. Nachdem er einen Abschuss 1917 mit einer Kopfverletzung überlebte, trägt sein Jagdinstinkt schon fast pathologische Züge. Er hat anscheinend kein Gefühl mehr, auch für Gefahren. Schließlich wird er abgeschossen … der Mythos vom Roten Baron hat überlebt.

Besonders lesenswert in der April-Ausgabe die Interviews mit Barmann Charles Schumann („Ein echter Mann muss nicht saufen“) und Vollweib Barbara Schöneberger. Ich weiss es nicht, wieviele wegen der Reportagen und Berichte den Playboy kaufen; die Texte sind jedoch deutlich mehr als Staffage für die zugegeben wunderschönen Bilder.

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